Sexistinnen-Pranger

Behörden und Organisationen


WFP (Welternährungsprogramm)


Tagesschau.de berichtet (auf der Seite unten) über eine Aktion des WFP wie folgt:

Welternährungsprogramm richtet Ausgabestellen für Frauen ein

Wegen der Rangeleien an den Verteilstellen für die Nothilfe nach dem Erdbeben in Haiti werden für Frauen gesonderte Lebensmittelausgaben eingerichtet. Das Welternährungsprogramm (WFP) teilte mit, die für Frauen reservierten Ausgabestellen sollten umgehend öffnen. Nach dem Erdbeben vom 12. Januar wurden oftmals die Schwächsten zurückgedrängt, wenn die Hilfsorganisationen Lebensmittel verteilten. "Bislang waren wir in einer Phase der schnellen und ungeregelten Verteilung", sagte WFP-Sprecher Marcus Prior. "Aber mit dem robusteren Verteilungssystem werden wir mehr Menschen schneller erreichen."

An den 16 neuen Verteilstellen sollten grundsätzlich nur Frauen zum Zuge kommen.

(Hervorhebung durch mich.)

Die Begründung ist abwegig:

 

o Erstens ist es ein grob sexistisches Vorgehen, wenn eines der beiden Geschlechter pauschal von der Lebensmittelausgabe in Katastrophengebieten ausgeschlossen werden, weil sich einige ihrer Vertreter nicht ordnungsgemäß verhalten hätten. Harry Naujoks berichtet in seinem Buch "Mein Leben im KZ Sachsenhausen. 1936-1942. Erinnerungen des ehemaligen Lagerältesten" von genau so begründeten Kollektivstrafen.

o Zweitens wird die Ursache des Eifers nicht hinterfragt. Die betreffenden Männer könnten nämlich von ihren Frauen bzw. Familien vorgeschickt worden sein, weil diese sich selbst nicht trauen oder nicht in der Lage sind, mit dem nötigen Eifer vorzugehen. Weiterhin könnte die individuelle Notlage der betreffenden Männer bzw. ihrer Familien eine Rolle gespielt haben.

 

Die Folgen dieser sexistischen Vorgehensweise könnten sein,

 

o daß Männer in ehemaligen Katastrophengebieten zukünftig ihre Familien nicht mehr in gewohnter Weise versorgen werden, weil sie davon ausgehen müssen, daß Frauen bereits von anderer Seite aus versorgt werden;

o daß gewachsene familiäre Strukturen dadurch aufgelöst werden und einem "Kampf Aller gegen Alle" Vorschub geleistet wird;

o daß Männer künftig demotiviert werden, die schweren Bergungs- und Aufräum-Tätigkeiten zu übernehmen;

o daß die Spendenbereitschaft von Männern an derartige Hilfsorganisationen zurückgeht.

 

Eine Diskussion hierzu findet sich u.a. im Weblog der Feministin Antje Schrupp, wo eine "Isquierda" das Folgende schreibt:

Ich finde es ungerecht, dass Männer überhaupt Nahrung bekommen, schließlich haben sie all das Leid in der Welt verursacht und es wäre nur gerecht, wenn sie dafür auch büßen müssten! Leider ist der Feminismus dafür nicht konsequent genug...

Dieses Argument entspricht genau den Argumenten, mit denen im NS-System die Vernichtung der Juden gerechtfertigt wurde. Bezeichnenderweise äußert die Weblog-Betreiberin zwar nicht Zustimmung, immerhin aber Verständnis.

Ich werfe dem WFP vor:

  • Instrumentalisierung von Naturkatastrophen zur Verbreitung sexistischer Praktiken
  • Zerstörung ethnochthoner Familienstrukturen
  • Vorbereitung eines Kampfes Aller gegen Alle.

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