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Dieter Otten


Prof. Dr. Dieter Otten (geb. 1943) lehrte von 1974 bis 2007 Soziologie an der Universität Osnabrück. In seinem Buch MännerVersagen. Über das Verhältnis der Geschlechter im 21.Jahrhundert (Erscheinungsjahr: 2000) findet der Leser zwischen Impressum und Inhaltsverzeichnis folgende sogenannte "Warnung" eingefügt:

Ein Schimpanse benötigt nach Ansicht von Primatenforschern acht Kopulationsbewegungen, um zum Samenerguß zu kommen. Danach wendet er sich von seiner Paarungspartnerin ab.

Um dieses Männerversagen geht es nicht.

Es wird also eine Gruppe von Menschen mit Tieren verglichen, um ein sexistisches Vorurteil zu bedienen, nämlich: Männer bilden den egoistischen Part innerhalb der Ehe.

Offensichtlich ist das witzig gemeint. Aber nicht alle Gruppen - etwa Frauen, Juden oder Schwarze - würden sich eine derartige Witzigkeit gefallen lassen. Männer sollten es auch nicht tun. Sie könnten Ottens "Humor" auch parieren mit zoologischen Hinweisen wie diesen:

Die Weibchen der Wespenspinne begnügen sich nach Ansicht von Spinnenforschern nicht mit der Kopulationen, sondern fressen ihre Partner hinterher auf.

Um dieses Frauenversagen geht es nicht.

Nebenbei gefragt: Wäre das überhaupt ein Witz? Männer, die nicht in Klöstern leben, sterben gegenwärtig etwa sechs Jahre früher als Frauen. Ihr wirtschaftliches Ausbluten durch Unterhaltspflichten infolge vorsätzlichem Kindesentzug ist ebenfalls ein vieldiskutiertes Thema.

Blättert man um, so trifft man im Inhaltsverzeichnis auf folgende Kapitelüberschrift:

Verbrechen ist männlich
Nicht Gewalt und Kriminalität bedrohen unsere Gesellschaftsordnung, sondern Männer

Statistisch ist das zwar korrekt. Aber statistisch sind auch andere Feststellungen korrekt, die man sich normalerweise aber hüten würde, derart plakativ zu benennen. Beispiele:

Verbrechen ist negrid
Nicht Gewalt und Kriminalität bedrohen die US-Gesellschaftsordnung, sondern Schwarze

Verbrechen hat Migrationshintergrund
Nicht Gewalt und Kriminalität bedrohen die Gesellschaftsordnung in Deutschland, sondern Türken, Araber, Polen, Albaner usw.

Für Otten bleibt die Kriminalisierung des Mannes jedoch nicht nur eine Pointe. Vielmehr ist sie durchgehendes Thema seines Buches, wovon auch das letzte Kapitel noch Zeugnis ablegt:

Die Tatsache, daß Kriminalität, Gewalt, Verbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Völkermorde und unglaubliche Brutalität gegen Frauen und Kinder ausschließlich von Männern ausgeübt werden, muß nicht nur ausgesprochen werden, sondern allen ins Bewußtsein treten. (S.337) [Hervorhebung durch mich]

Derartige Behauptungen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer diffamierenden Qualität in nichts von extremsten Äußerungen der rassistischen "Fachliteratur" aus der Zeit des deutschen Nationalsozialismus.

Ich werfe Dieter Otten vor:

  • Pseudowissenschaftlich verbrämter Sexismus.

Eine ausführliche Rezension von Ottens "MännerVersagen" findet sich hier.

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