Sexistinnen-Pranger

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Christa Mulack (*1943)


Christa Mulack ist, nach Angabe auf ihrer Webseite, promovierte Erziehungswissenschaftlerin und Theologin und Verfasserin zahlreicher religionswissenschaftlicher, psychologischer und patriarchatskritischer Werke. Sie vertritt einen radikalen Differenz-Feminismus. Ihr Buch "Natürlich weiblich. Die Heimatlosigkeit der Frau im Patriarchat" (1990) beginnt mit den Worten:

Das männliche Geschlecht hat sich auf diesem Planeten so breit gemacht, daß weibliche Heimatlosigkeit die unausweichliche Folge ist.

Mulack spricht nicht nur von einer materiellen Enteignung des weiblichen Geschlechts, sondern von einer zusätzlichen geistig-seelischen

Enteignung und Ausbeutung, die auf kultureller und religiöser, psychologischer und sozialer Ebene mit einem umfassenden Entfremdungsprogramm durchgeführt wird. [...] Der Verlust unserer Frauenwelt war ein jahrtausendelanger Prozeß, der wohl erst in der Gegenwart seinen Höhepunkt gefunden hat.

Ferner beklagt sie:

Frauen, die sich weigern, ihr Leben auch weiterhin als männliche Bedürfnisbefriedigung zu fristen, müssen mit ihren Kindern (oder auch ohne) das Haus verlassen und auf Wohnungssuche gehen, das heißt bei anderen Männern um Wohnrecht bitten. [...]

Gemessen an den unzähligen Männerprojekten, die Unsummen an Geldern verschlingen, werden Frauenprojekte mit Almosen abgespeist.

Die Wahrheit wird als "perspektivisch" kennzeichnet,

denn die Wahrheit des Menschen ist nicht zeit- und kultur-, sondern eben auch geschlechtsabhängig. (S.11)

Als Differenz-Feministin lehnt Mulack die Geschlechter-Gleichheit als Ziel der Frauenbewegung radikal ab und wendet sich damit gegen die Queer-Theorie sowie die marxistisch-egalitäre Ideologie, mithin gegen die "Sozialistinnen" innerhalb der Feminismus wie Simone de Beauvoir und Alice Schwarzer.

Ebenso lehnt Mulack eine Gleichberechtigung ab und illustriert das u.a. mit folgendem Beispiel: Was haben Frauen von dem Recht, die Umwelt zu verpesten, wenn sie, anders als Männer, lieber saubere Luft mögen ? Die Interessen sind eben völlig verschieden - behauptet Mulack.

Gleichzeitig weist Mulack aber auch die These von der Gleichwertigkeit der Geschlechter zurück. Frauen sind demnach nicht gleich - nein, sie sind überlegen:

Aus diesem Grund tendiere ich zu einer dritten Haltung, die vielfach mit dem Begriff der "neuen Weiblichkeit" umschrieben wird. Die Grundlage dieser Wertung bildet ein weibliches Überlegenheitsgefühl gegenüber dem männlichen Geschlecht aufgrund von Fähigkeiten und Stärken, die [...] sich teilweise wissenschaftlich, teilweise aber auch in alltäglichen Erfahrungen vieler Frauen bestätigt haben. [...]

Aus einer solchen Position der Stärke heraus lehnen viele Frauen es inzwischen ab, ihre Energien weiterhin in einem Kampf um Gleichberechtigung zu verschleißen, die ihnen letztlich doch nur Rechte bieten kann, die sie gar nicht mehr wollen. (S.49ff.)

Ich werfe ihr vor:

  • Sexistische Verunglimpfung der Hälfte der Menschheit.

Setzt man etwa im ersten Zitat für "männliche Geschlecht" den Namen einer Rasse oder eines Volkes ein, so wird der verunglimpfende Charakter von Mulacks Bewertungen deutlich.

Siehe auch meine Rezension: Mütter über alles. Das Vater-Feindbild der Christa Mulack.

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