Sexistinnen-Pranger

Pudel-Pranger


Robert Jensen


Im Online-Magazin nzet erschien am 19-4-2005 ein Artikel von Robert Jensen mit dem Titel: "Feminismus: Ein Geschenk an die Männer und eine Herausforderung". Die Übersetzerin, Andrea Noll, erläutert:

"Robert Jensen ist Journalistikprofessor an der University of Texas in Austin; er ist Ko-Autor von A. Dworkins Buch: "Pornography: The Production and Consumption of Inequality".

Wir lesen in diesem Artikel u.a. das Folgende:

Von allen antifeministischen Lügen macht mich diese am rasendsten, am traurigsten: Dworkin (und damit alle Frauen, die männliche Gewalt in ähnlicher Weise wie sie kritisieren) habe die Männer gehasst. [...]

Vor allem durch ihre Pornokritik war sie extrem widerwärtigen Angriffen ausgesetzt - mit den widerwärtigsten, die einer Feministin in den letzten vier Jahrzehnten widerfuhren.

Diese Bewertung ist seltsam angesichts dessen, was Dworkin in "Pornography" geschrieben hat:

"Ich möchte einen Mann zu einer blutigen Masse geprügelt sehen, mit einem hochhackigen Schuh in seinen Mund gerammt wie ein Apfel in dem Maul eines Schweins."

Robert Jensen, der Co-Autor, erinnert sich anscheinend nicht mehr richtig, denn er schreibt:

Ich bin ein Mann und habe jedes ihrer Bücher gelesen. Mein Fazit: Ich glaube nicht, dass Andrea Dworkin die Männer hasste. Ich denke, sie hat uns geliebt [...]

Was Andrea Dworkin wollte, war, Männern wieder zu ihrer Humanität zu verhelfen.

Die Sätze, mit denen Robert Jensen seinen Artikel beschließt, vermitteln uns das Bild eines "waschechten" lila Pudels:

Zu sagen, eine tolle Autorin hat "mein Leben verändert", klingt klischeehaft. Aber genau das hat Dworkins Werk bei mir bewirkt. Ihre Leidenschaft für Gerechtigkeit - ich weiß nicht, welcher Mensch ich heute wäre, hätte ich diese Leidenschaft nicht erfahren, indem ich mich einlas, indem ich fühlte. Und ich weiß nicht, womit ich mich heute beschäftigen würde, hätte ich nicht begriffen, hätte sie mich nicht begreifen lassen, dass "Feminismus" nicht allein eine (weibliche) Emanzipationsbewegung ist sondern auch ein Geschenk an uns Männer. Vielleicht wäre ich heute männlicher - aber auch weniger menschlich.

Ich werfe ihm vor

  • Verherrlichung des Feminismus als eines "Geschenks an uns Männer";
  • tendenzielle Gleichsetzung von Männlichkeit und Unmenschlichkeit.

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