Sexistinnen-Pranger

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Eva Herman (*1958)             Ins Netz gestellt am 6-6-2011.


Eva Herman

In einem Interview des Papa-Ya-Magazins, Ausgabe 2 des Jahres 2009, äußerte sich die ehemalige Nachrichtensprecherin und Buchautorin Eva Herman wie folgt:

Wir Frauen sollten geistig nicht etwas höher stehen, sondern wir stehen eigentlich eine halbe Stufe über dem Geist des Mannes.

Die Begründung, die sie hierfür gibt, ist sehr vage:

Die Intuition der Frauen, ihre Empfindung, kann oft mehr erfassen als das, was man äußerlich erkennen und was der Mann empfangen kann [...]. Es ist das Lesen zwischen den Zeilen, das höhere Empfinden, das Empfangen der unsichtbaren Weisheiten von oben, welche der Frau eher zugänglich sind.

Dem ist jedoch entgegenzuhalten, daß alle Religionsgründer und die meisten bedeutenden Okkultisten (mit Ausnahmen der Frauen Blavatsky und Bailey) Männer waren. Ebenso finden sich unter den inspirierten Künstlern, welche unsterbliche Werke schufen, ganz überwiegend Männer. Frauen herrschen dagegen im krankhaften Mediumismus vor, was zeigt, daß sie ihre Weisheiten gerade nicht "von oben", sondern aus erdnahen Bereichen beziehen. Auch die klassischen Muttergottheiten sind - bereits äußerlich erkennbar - meist von Erdenschwere gezeichnet.

Insgesamt wirkt Hermans Argumentation eher hilflos, auch durch die Relativierungen, die sie anbringt:

Allerdings gilt dies nur für den Fall, in welchem die Frau sich wichtige Tugenden wie Reinheit und Nächstenliebe erhalten bzw. sie zurückerobern konnte.

"Zurückerobern" - von wem? Diese Formulierung ist sinnvoll nur in Zusammenhang mit einem vorangegangenen Raub, wofür als Täter dann wiederum nur Männer infrage kämen. Ein ausgesprochen negatives Männerbild zeichnete Eva Herman auch in einem Artikel auf Kopp-online unter dem Titel "Neuer Wahnsinnsplan von Ministerin Schröder: 20 Prozent männliche Kita-Erzieher." Nachdem die Autorin den Fall eines männliches Mißbrauchers aufgeführt hat, fährt sie fort:

Ein Einzelfall? Keineswegs. Zwar ist es unabdingbar, an dieser Stelle selbstverständlich nicht alle männlichen Erzieher von Säuglingen und Kleinkindern zu Pädophilen abzustempeln, sondern hervorzuheben, dass es durchaus positive Beispiele zu nennen gibt.

Es gibt also unter männlichen Erziehern auch "durchaus positive Beispiele", wie Frau Herman großzügig einräumt. Das klingt wie: "Ausnahmen bestätigen die Regel." - Des weiteren zitiert sie Alice Schwarzer.

Nicht jede These der Feministin muss richtig sein, doch hier hat Alice Schwarzer wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Ist es eine politisch unkorrekte Einstellung, Männer von der Kita fernhalten zu wollen? Wohl kaum: Alle Untersuchungen beweisen die Sprengkraft dieses Themas.

Die Möglichkeit einer Vorbeugung durch Auswahl geeigneter Erzieher wischt sie vom Tisch:

Wie glaubt Frau Schröder [Ministerin für Familie] eigentlich, Mißbrauch an Kitas verhindern zu können - bei zwanzig Prozent männlichen Erziehern? Etwa durch ihre jüngst geäußerten »kühnen« Pläne eines Runden Tisches und einer Arbeitsgruppe "Prävention" unter ihrer höchstpersönlichen Leitung, wie jetzt angekündigt? Da lachen ja die Hühner!

Frau Herman hätte sich die aggressive Polemik sparen können, denn sie führt noch ein anderes, positives Argument für die Kleinkindererziehung durch Frauen auf. Dieses würde völlig ausreichen, eine Männerquote zu entwerten, denn es besagt: Frauen verfügen über eine andere natürliche Bestimmung und eine andere hormonelle Ausstattung als Männer. Das macht sie für den Umgang mit Kleinkindern geeigneter. Es wäre dann allerdings noch hinzuzufügen, daß aus demselben Grunde Männer geeigneter sind für die Erziehung von älteren Kindern, insbesondere von pubertierenden Jungen. Um sich in diese hineinzuversetzen, fehlt nämlich den Frauen die hormonelle Ausstattung.

Übrigens ist es angesichts der Kinderarmut in Deutschland verwunderlich, daß Eva Herman bisher kein Mitspracherecht von Vätern gefordert hat, das sich auf die sogenannte Abtreibung bezieht. Ein solches Mitspracherecht wäre geeignet, den pränatalen Massenmord, der rechtlich eine zu 100 % weibliche Urheberschaft hat, zumindest einzudämmen.

Ich werfe Eva Herman vor:

  • Sexistische Verunglimpfung des Mannes als geistig unterhalb der Frau stehend.

  • Generelle Verdächtigung von Männern als pädophile Triebtäter.

Ihre Verdienste im Kampf gegen das gegenwärtige politisch oktroyierte Familienbild bleiben davon unberührt.

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