Sexistinnen-Pranger

Pudel-Pranger


Ern(e)st Borneman(n) (1915-1995) Artikel eingestellt: 6-11-2010


Der frühere Jazz-Journalist und spätere Sexualwissenschaftler Ernst Bornemann veröffentlichte 1975 ein Werk, von dem es im Vorwort heißt:

Was Das Kapital für die Arbeiterbewegung getan hat, soll Das Patriarchat der Frauenbewegung liefern: [...]

Da das Buch Jahrzehnte vor den Anfängen der heutigen Emanzipationsbewegung der Frau begonnen wurde, unterscheidet es sich maßgeblich in Methodik und Thematik von den Werken, die aus dieser Bewegung hervorgegangen sind, so zum Beispiel von Betty Friedans Der Weiblichkeitswahn und Kate Milletts Sexus und Herrschaft, aber es dient emphatisch den gleichen Zielen und ordnet sich ihren Forderungen unter. (S.19)

Dabei nahm Bornemann eine Utopie vorweg, die zugleich ihren marxistischen Hintergrund verrät:

Der klassenlosen Gesellschaft der Zukunft entspricht die geschlechtslose Zukunft unserer Spezies. Die eine ist nicht ohne die andere erzielbar. (S.21)

Das Ziel sah er also in der - zunächst - geistigen Kastration des Mannes. Im letzten Kapitel, überschrieben "Die Zukunft" wird das nochmals deutlicher:

Nicht durch Angleichung an das Patriarchat, [...] und ganz gewiß nicht durch "Gleichberechtigung" mit dem Patriarchen, sondern nur durch Zerschlagung des patriarchalischen Systems kann sie [die Frau] sich und ihre Kinder befreien. (S.543)

Man beachte die Besitzzuschreibung in der Formulierung "sich und ihre Kinder"! - Bei der bloßen Geist-Kastration des Mannes soll es nach Bornemann aber nicht bleiben:

Haben wir die Geschlechtsunterschiede erst einmal weitgehend abgebaut, so wird sich der Körper der Frau dem des Mannes angleichen, sehr bald aber auch der Körper des Mannes dem der Frau. (S.535)

Eine symmetrische Angleichung ist damit aber wohl nicht gemeint. Bornemann sieht nämlich den Mann von Vornherein als ein Mängelwesen:

Was den normalen Mann von der Frau unterscheidet, ist also nicht die Anwesenheit seines Y-Chromosoms, sondern die Abwesenheit des zweiten X. In diesem Sinne ist der Mann auch nur eine unfertige Frau, eine biologische Entgleisung, die in zahllosen biologischen Aspekten benachteiligt ist. (S.514)

Insofern ist es fast schon verwunderlich, daß Bornemann nicht gleich die physische Beseitigung des Mannes als Verkörperung "unwerten Lebens" vorgeschlagen hat. Einen Musterfall dieser Praxis hatte es ja wenige Jahrzehnte zuvor schon gegeben.

Ich werfe Ernst Bornemann vor:

  • Ideologische Vorbereitung des Androzids.

Bornemann teilte das Schicksal wohl aller "Pudel", nämlich, daß die von ihm hofierte geschlechtliche Klasse seine Bemühungen nicht so recht gewürdigt hat. Seinem Leben setzte er selbst ein Ende, nachdem er sich, eigenem Bekenntnis nach, aus der Hörigkeit zu einer Frau nicht mehr befreien konnte.

Bornemann hat auch über Jahrzehnte die sexuellen Reime, Lieder usw. von Kindern gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet.

Sexistinnen-Pranger