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Jakob Augstein Artikel eingestellt: 22-11-2017


Am 22-11-2017 veröffentlichte "Spiegel Online" einen Artikel seines Kolumnisten Jakob Augstein, überschrieben mit Sexismusdebatte - Rache ist Blutwurst. Der Autor kommt sofort zur Sache:

Die Debatte über männliche Gewalt zeigt: Eine Revolution steht an. Gut so. Die Frauen sind es leid, Opfer zu sein. Vielleicht ist es unvermeidlich, dass dabei auch ein paar Männer unter die Räder kommen.

[...] Und plötzlich wird deutlich, was an dieser Debatte bislang fehlte: die Angst der Männer.

Denn die Sorge um die Männer war bislang einer der sonderbarsten Züge dieser Auseinandersetzung. Diese eigenartige Sorge, dass die Rechtschaffenen im gleichen Topf gekocht werden könnten wie die Täter und Schurken.

[...] Denn wir brauchen in der Tat eine Revolution. Eine neue sexuelle Revolution. Wie jede Revolution wird auch diese hier nicht ohne Opfer abgehen. Das ist eine Feststellung, keine Rechtfertigung.

Es wird Männer treffen, die das nicht verdient haben. Wir kennen solche Fälle. Der Lehrer Horst Arnold, der von einer Kollegin zu Unrecht beschuldigt worden war. Der Mann verbrachte fünf Jahre im Gefängnis.

Erst nach seiner Entlassung wurde er rehabilitiert. Aber er starb bald danach an Herzversagen. Oder der Meteorologe Jörg Kachelmann, der nach einer erfundenen Beschuldigung mehr als 130 Tage in Untersuchungshaft saß und danach jahrelang um Entschädigung prozessierte und um die Wiederherstellung seiner Ehre.

Aber in der neuen Geschlechterdebatte geht es darum, die Gewichte der Macht zu verschieben - und das geht nicht ohne Gewalt ab.

Es ist schon so: wenn die Frauen ihre Furcht verlieren sollen, müssen die Männer diese Furcht erst selbst kennenlernen.

Jakob Augstein rechnet sich dem politisch linken Lager zu. Man darf vermuten, daß die bolschewistische Revolution in Rußland ihn nach wie vor fasziniert, und daß er in ihr das Vorbild sieht für die von ihm heraufbeschworene weibliche Revolution. Dazu gehört auch, daß er die Notwendigkeit unschuldiger Opfer hervorhebt, und er darüber unverhohlen seine Genugtuung äußert. Das Erzeugen von kollektiver Furcht, primäres Ziel des Terrorismus, ist ihm ein "Herzens"-Anliegen. Gemäß der globalen Verbreitung der zwei Geschlechter-Klassen würde diese Revolution allerdings global verlaufen, also bisherige Ausmaße sprengen.

Dem Journalisten Augstein dürfte es letztlich an organisatorischem Talent und an der Tatkraft mangeln, durch die Lenin sich ausgezeichnet hat. Träte ein, was er in seiner Kolumne herbeiredet, so würde er wahrscheinlich erschrecken und sich auf seine schriftstellerische Freiheit berufen, vielleicht sogar seinen berufstypischen geistigen Infantilismus als mildernden Umstand geltend machen. Es scheint ihm nicht in den Sinn zu kommen, daß er als Mann selbst der von ihm herbeigeredeten Opfergruppe angehört und somit Teil des revolutionären Kollateralschadens werden könnte.

Ich werfe Jakob Augstein vor:

  • Anstachelung zum gewaltsamen Kampf der Geschlechter,
  • Aufruf zum sexualisierten Terrorismus,
  • insofern Mißbrauch eines wirkungsmächtigen Nachrichtenmagazins zu politisch-revolutionärer Propaganda.


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